Donnerstag, 7. Februar 2008

Besuch der Eltern


Die Eltern zu Besuch vom 27.12.07-7.01.08. Na in der Zeit kann man doch einiges hier sehen und erleben! Selbstverständlich muss da erstmal eine Octopus Karte her, um mobil zu sein (wir erinnern uns: Das Allzweckzahlungsmittel und Fahrkarte für öffentliche Verkehrsmittel). Hier die stolzen Besitzer.

Fährefahren ist ein muss für jeden Besucher hier.



Die MS-Deutschland vor Anker in Hong Kong.



Auf dem Bild oben in der Mitte am Wasser ist das Hong Kong Convention and Exhibition Centre, Hong Kongs Messe- und Konferenzzentrum. Der goldenen Turm dahinter ist das Central Plaza, das höchste Gebäude von Wan Chai (von dort wohne ich nur wenige Meter entfernt). Hier haben wir im 75. Stock Silvester gefeiert. Die Höhe von 1228 Fuß (entspricht 375,5 Meter; mit Antenne sogar 400m) hat der Chinese natürlich nicht beliebig gewählt: Gemäß chinesischer Zahlenphilosophie bedeutet sie: "Immer leichter, leichter Reichtum".



Hong Kong von der Festlandseite (Tsim Sha Tsi, Star Ferry Pier).


Endlich normale Leute ;-) Immer, wenn sich Hong Kong Chinesen fotografieren lassen, muss das "V" mit den Fingern gemacht werden.



Noch ist geschmückt für Weihnachten: Hier vor dem "Harbour City", dem größten Kaufhaus Asiens in Tsim Sha Tsui (oben) und in der IFC-Mall, meinem persönlichen Favoriten (unten).








Natürlich muss die einheimische Küche probiert werden. Nur das Bier "Tsingtau" stammt aus der ehemaligen deutschen gleichnamigen Kolonie.



Beim Schneider...
Auf mein Anraten haben sich meine Eltern entschlossen, sich Anzüge (bzw. Kleider) anfertigen zu lassen. Hong Kong hat natürlich eine tolle Auswahl an Schneidern. Die meisten kommen aus dem orientalischen Raum, aber es gibt natürlich auch viele Chinesen, die diesem Beruf nachgehen. Die Preise sind viel niedriger als in Deutschland. So kostet ein (ordentlicher) maßgeschneiderter Anzug etwa 180 Euro. Ein Hemd kostet etwa 25 Euro. Rabatte kann man aushandeln. Natürlich gibt es auch preiswertere Angebote. So wird beispielsweise bei mir um die Ecke ein maßgeschneiderter Anzug für den Kampfpreis von ca. 60 Euro angeboten. Es ist aber grundsätzlich so, dass man auch das erhält wofür man bezahlt hat. Spart man also zu viel, ist die Qualität auch entsprechend. Ich habe meinen Eltern zwei (meines Erachtens sehr gute) Schneider gezeigt, damit sie die Unterschiede sehen. Oben ist ein chinesischer Schneider der oberen Preisklasse. Unten ist ein indischer Schneider der mittleren Preisklasse. Die "Geschäftsräume" sind komplett verschieden. Beim Chinesen ist Platz, und es herrscht Ordnung und Ruhe im 15 Stock. Er hat keine Laufkundschaft, sondern üblicherweise kommen Kunden nach telefonischer Anmeldung. außerdem hat er separate Umkleidekabinen und Aircondition. Bei "Sandy" (unten) geht es da schon anders zu: superkleiner Laden im belebten Erdgeschoss, um Laufkundschaft einzufangen, ein Vorhang, der vorgezogen wird (und dann etwa ein Fünftel des gesamten Ladens abtrennt), damit sich der Kunde ungestört umziehen kann, keine Aircondition, und eher etwas unordentlich. Trotzdem hat auch "Sandy" seinen Laden absolut im Griff.




Fischstand auf der Marktstraße in Sheung Wan.


Vogelmarkt in Mon Kok.

Eine Kirche auf dem Dach eines Gebäudes.


Da machste nix: Wenn sich ein Eigentümer über Jahrzehnte erfolgreich gegen einen Abriss in Hong Kong wehrt, dann sieht das etwa so aus wie hier oben auf dem Bild.


Der "Escalator", manchmal auch "Travelator" genannt. Ein gigantisches Bauprojekt, das um 1980 im Zentrum von Hong Kong durchgesetzt wurde: Quer durch die Hochhausschluchten führt diese aus zig Einzelrolltreppen und Förderbändern bestehende Transportmöglichkeit zwischen den Midlevels (Wohngebiet für die Mittel- und Oberschicht) auf halber Höhe zum Peak) und dem auf Nullniveau liegenden Geschäftszentrum der Stadt. Gesamtlänge über 700 Meter und schätzungsweise 200 Meter Höhenunterschied. Bis 10 Uhr morgens gehen die Rolltreppen bergab (raus aus der Wohnung und ab zur Arbeit), danach bergauf. Die Fahrt ist für jeden umsonst. Das Projekt wurde wegen der irsinnigen Baukosten damals als wahnsinnig bezeichnet. Es hat sich inzwischen jedoch mehr als rentiert und ist eine sehr angenehme Beförderungsmöglichkeit. Insbesondere in der unteren Hälfte führt der "Escalator" an einladenden Bars, Restaurants und Geschäften vorbei. Weiter oben sind dann praktisch nur noch Wohngebäude.




So ists recht: Die lernfähigen Eltern mit dem "China-Victory" in der KCR (Kowloon-Canton Railway) in Richtung Shenzhen.


Hausaufgaben gemacht? Bei jeder Einreise ins Festland müssen zwei Meldebögen ausgefüllt werden. Für Ausreise und Einreise. Das kann auf Dauer ziemlich nervig werden. Habe ich den ersten Bogen noch mit größter Sorgfalt und Schönschrift ausgefüllt, sah mein letzter Wisch doch so krakelig beschrieben aus, dass ich mich gewundert habe, als ich wieder einmal ohne Probleme durchgewunken wurde.


Shopping in Shenzhen.


Huch, was ist das denn? Plötzlich öffnet sich eine Klappe in der Decke und die verlangte Ware wird in einem Koffer heruntergereicht. Dieser Dachboden ist ein gutes Versteck für die hier angebotenen Fälschungen. Die Polizei hat zwar überall hier ihr Auge drauf (und offiziell hat Shenzhen dem Verkauf solcher Fälschungen auch den Kampf angesagt), dennoch interessiert die Polizisten meiner Meinung nach nur, was offensichtlich ist.


Praktish war gestern. In diesem Restaurant in Shenzhen wird der Tee aus überlangen Schnabeln eingegossen.


Wiedereinreise in Hong Kong. Hier werden alle Leute per Wärmekameras gescannt. Wessen Körpertemperatur zu hoch ist, könnte SARS (Vogelgrippe) haben und darf nicht einreisen. Es folgt eine vorläufige und (im Falle eines positiven Ergebnisses) eine langfristige Quarantäne der betroffenen Person. Zur Sicherung der Volksgesundheit.

Der Fischmarkt von Aberdeen. Hier muss man früh hin, denn dann findet man ein geschäftiges Treiben vor. Hier wird aber kein Einzelhandel betrieben, sondern alles, was das Meer so an Essbarem hergibt, im großen Stil an Restaurants und Händler verkauft.

Links legen die Fischer im Hafen von Aberdeen an, dann wird die Ware sofort ausgeladen und zum Großteil direkt in die rückwärts herangefahrenen und abfahrbereiten LKWs (links) geladen.


Die restliche Ware (die nicht schon auf den Fischerbooten sortiert wurde) wird in einer Lagerhalle in belüfteten Wasserwannen zwischengelagert und dann dort sortiert.


Eine Riesenkrabbe. Hier ein besonders beeindruckendes Exemplar. Die Scheren werden bei jeder Krabbe einzeln zugebunden. An den Händen der Fischer lässt sich erkennen, dass diese Meeresbewohner schmerzhafte Wunden beibringen können.


Minihaie.

Tintenfische.

Hm ;-)


Ein Schrein mitten in der Stadt Aberdeen. Gewidmet für Hung-Shing. Hung-Shing lebte vor mehr als 1000 Jahren und genießt bis heute bei den Fischern hohes Ansehen wegen seiner Fähigkeit, das Wetter vorhersagen zu können. Viele misstrauen der amtlichen Wettervorhersage und wenden sich, wenn sie eine exakte Auskunft benötigen lieber an die Boat People, von denen manch einer angeblich das Wetter vorhersagen kann.




Dschunkenfahrt durch das Hafengebiet von Aberdeen.



Kalt ist es in Hong Kong, der kälteste Winter seit 50 Jahren in China bringt es auf rekordmäßige Tiefsttemperaturen von 10 Grad in der Nacht und 15 Grad tagsüber. Da verlagt das Herz nach wärmender Sonne! Hier ein Vogel, der am Strand von Repulse Bay ein Sonnenbad gönnt.


Macao bei Nacht. Im Hintergrund das Casino Lisboa.


Die "Fressstraße" von Macao. Man kann in den Läden fast alles probieren.



Am 18.12.07 hat das MGM Grand in Macao eröffnet. Das nächste dicke Ding im amerikanischen Las Vegas-Stil. Ist ja klar, dass wir dem einen Besuch abstatten mussten. Wie wärs mal mit Roulette, das ist einfach und die Wahrscheinlichkeiten (odds) stehen nur um etwa 3,5 % zu Gunsten des Hauses? Warum nicht. 500 Hong Kong Dollar in Chips besorgt (etwa 45 Euro). Ein paar kleinere Beträge auf die richtige Zahl gesetzt und schon werden daraus 6.600 Hong Kong Dollar (etwa 600 Euro) innerhalb von vielleicht 40 Minuten. Nach einiger Zeit haben die anderen Spieler am Tisch immer gewartet, bis ich gesetzt habe und dann auch auf "meine" Zahl gesetzt. Das Haus hat sogar einmal den Croupier ausgewechselt, um auf Nummer sicher zu gehen, dass hier auch keine Kollusion stattfindet. Aber auch der neue Croupier hat recht schnell sein Trinkgeld von mir bekommen. Ein schickes Casino, das MGM. Untypisch: Viele der weiblichen Angestellten könnten Models sein.



Ein wenig Kultur muss sein. Hier das Museum of Hong Kong History. Museen in Hong Kong sind generell sehr preiswert. Entweder man zahlt so um die 10 Hong Kong Dollar (etwa 90 Eurocent; als Student oder Rentner bekommt man noch Rabatt), oder sie sind sogar ganz umsonst. Sehr anschaulich, bunt und aufwändig präsentiert sich der Hong Konger auf mehreren Etagen zu allen Zeitepochen der Stadt.



Eine Hochzeitsgesellschaft in Hong Kong.

Dann auf Wiedersehen in Hong Kong! Bis zum nächsten Mal! ;-)


Dienstag, 27. November 2007

Batman in Hong Kong!

Na sowas: Der neue "Batman"-Film ("The Dark Knight") wird in Central und Wan Chai (also da wo wir wohnen) gedreht. Dieses Rundschreiben ist an alle Anwohner in den betreffenden Gebieten gerichtet. Informiert wird man über Fluggeräusche, die einige Tage lang von Tieffliegern und Hubschraubern herrühren können. Außerdem werden die Anwohner gebeten, nachts möglichst viele Lichter anzulassen. Schon letzteres wäre in Deutschland wohl problematisch durchzusetzen im Hinblick auf den hohen Energieverbrauch und die damit verbundene Umweltbelastung. Auch hier in Hong Kong haben sich Umweltschützer beschwert, sind jedoch nicht erhört worden. Dass aber außerdem einem privaten Unternehmen Überflugrechte mitten in der Stadt zugestanden werden, wäre in Deutschland rechtlich wohl nicht machbar. Sicherheit geht über Kunstfreiheit und Geldzahlungen. Eine solche "Ausnahmegenehmigung" ist angeblich aber auch hier im filmversessenen Hong Kong zum ersten Mal der Fall.

Die Dreharbeiten selbst sind in besher wohl alles andere als geplant verlaufen: So sah das Drehbuch ursprünglich vor, dass "Batman"-Darsteller Christian Bale vom Hubschrauber aus in das Hong Konger Hafenbecken springen und dann an einem Bambusgerüst wieder hochklettern sollte. Das ging aber nicht, weil das Wasser sich nach ausgiebigen Tests als so salmonell- und pestizidverseucht herausgestellt hatte, dass eine ernsthafte Gesundheitsgefährdung für den Comichelden befürchtet wurde. Aber was kommt der Vogel auch hier nach Hong Kong, ist der nicht ausschließlich für "Gotham City" zuständig? ;-) Die betreffende Wasserszene wird jetzt jedenfalls in der Halle aufgenommen und man konzentriert sich ab sofort auf die Aufnahmen im Trockenen.

Sonntag, 25. November 2007

Macao-Trip



Genug gelernt und Spaß muss sein! Also auf zum Platz der Sünde: der ehemaligen portugiesischen Kolonie Macao (portugiesisch: "Macau"). Von Hong Kong erreicht man die Halbinsel und ihre Nebeninseln am besten per Fähre, die etwa 1:15 h Fahrzeit braucht. Die Tickets kauft man direkt am Ferry Pier, wo mehr oder weniger seriöse Reiseagenturen einem marktschreiermäßig die Fahrkarten aufdrängen. Verhandeln erwünscht, aber unter umgerechnet 12 Euro ist die Fahrt zu Insel normalerweise nicht möglich.




Die Fähren sind schnittig und fahren ohne Probleme 60 Stundenkilometer. Getränke unterwegs sind nicht umsonst, aber preiswert. So kostet beispielsweise ein Tee etwa 90 Eurocent.

In Macao angekommen, erwartet einen direkt hinter der Fähranlegestelle die Rennstrecke des "Macao Grand Prix". Die Formel 3000 (noch vor wenigen Monaten war diese im holländischen Zandvoort zu sehen) gastiert hier gerade und macht mal wieder jede Menge Krach und Tamtam. Ob die deutsche "Marlene Dietrich" wieder ganz hinten war? Ich habs nicht mitbekommen, es gibt einfach zu viel zu sehen, um sich hier mit Formel 3000 aufzuhalten. Zum umtriebigen Macao passt dieser Trubel jedenfalls wie die Faust aufs Auge, sodass es als kleine Randeinlage durchaus erwähnenswert ist.

Wer ohne Umschweife zu einem der zur Zeit etwa 30 Casinos will, kann direkt am Fährausgang in einen der vielen Casinobusse steigen. Die Hinfahrt ist umsonst, zurück kommt man auch umsonst, allerdings nur, wenn man nachweisen kann, dass man das Casino auch betreten hat. Der Bus hier ist übrigens vom "Venetian", das neueste und bombastischste Casino am Platze. Dazu später mehr.




Hinsichtlich des portugiesischen Einflusses widersprechen sich die Reiseführer. Mein Reiseführer sagte, die Portugiesen hätten Macao und seine Einwohner noch weniger beeinflusst, als es den Engländern in Hong Kong gelungen ist. Dem möchte ich schon hier widersprechen - solche Rollerarmeen gibts in Hong Kong nicht und sind typisch für mediterrane Gebiete.


Auch der koloniale Baustil ist zu einem großen Teil mediterran und weitgehend ohne Hochhäuser. Dies ist der "Senado Square", zentral gelegen und der Treffpunkt der Macanesen. Schöne Cafés gibt es hier und öffentliche Aufführungen sind regelmäßig zu sehen. So war auch eine große Leinwand für das Formel 3000 Rennen aufgebaut, für das sich das Rentnerpärchen hier unten einen Platz in der ersten Reihe gesichert hat.



Das "Santa Casa de Misericordia" aus dem 16. Jahrhundert. Die älteste westliche karitative Einrichtung in China. Mit Doppelsäulenfassade.




Altes Postgebäude.









Blick von der alten portugiesischen Jesuitenfestung über die Stadt. Die Kanonen wurden nur einmal abgefeuert, als die Holländer 1622 versuchten Macao zu übernehmen. Das haben sie dann aber schnell sein lassen: Der abfeuernde Jesuitenmönch traf mit seiner Kugel direkt die Pulvervorräte der Angreifer, was eine enorme Kettenreaktion ausgelöst hat. Die Holländer haben daraufhin schnell das Weite gesucht. Im Hintergrund alles überragend und in der Form einer goldenen Fackel der neue Teil des "Lisboa", eines der bekanntesten Casinos in Macao. Unter anderen wurde darin 1973 der James Bond Film "Der Mann mit dem goldenen Colt" mit Roger Moore gedreht.






Ruinas de Sâu Paulo, die Fassade der ersten auf Macao errichteten Kirche von etwa 1620. Der Rest ist bei einem verheerenden Feuer 1835 zerstört worden, das auch die oben erwähnte Festung mit den Kanonen stark beschädigt hat.



Blick von den Ruinen nach unten.



Wieder unten angekommen - ich nenne es mal die Fressstraße in Macao. Hier ist richtig was los. Überall links und rechts werden Spezialitäten an die Laufkundschaft angeboten, die man natürlich auch erwerben kann. Wer es drauf anlegt, kann hier satt werden ohne einen Dollar gezahlt zu haben.



Unterschiedlichste Fleischsorten, die man alle probieren kann.





Die verschiedenen Fleischsorten werden auch mitten auf der Straße angeboten.



Eine Spezialität hier: Kekse zusammen mit einer honigähnlichen Masse, die aus Getreide gewonnen wird und nahezu neutral schmeckt, mit nur ganz leichter Süße.


Eier-Karamellschaum.

Mini Kekse, die allerdings recht trocken sind und wie Zunge an der Fensterscheibe schmecken. Aber einem geschenkten Gaul... ;-)





Ein Tempel in Taipa, der Südinsel von Macao. Die spiralförmigen Dinger oben sind Räucherkerzen, die angeblich 15 Tage lang ununterbrochen brennen.






So, das war der kulturelle Teil. Casinomäßig hat Macao schon eine gute Auswahl. Viele der großen amerikanischen Ketten, wie man sie auch in Las Vegas findet, gibt es auch hier. So zB das Wynn, Sands, MGM, oder das Venetian. Macao hat bereits jetzt dem Umsatz von Las Vegas übertroffen. Und jede Menge weiterer Spielerstätten sind bereits im Bau und werden in wenigen Jahren in voller Pracht und mit offenen Toren ihre Glücksritter empfangen.

Das Casino Lisboa. Es war bis 2004 das größte und meistbesuchte in Macao, bis das staatlich Glücksspielmonopol aufgehoben wurde und das amerikanische "Sands" sene Pforten öffnete. Seitdem sprießen Casinos wie die Pilze aus dem Boden.




Das hier ist das Venetian, das neueste Casino am Platz und angeblich das zweitgrößte Gebäude der Welt. [Über das Größte besteht Unklarheit: Entweder ist es das Pentagon in Washington D.C. oder ein Gewächshaus in Amsterdam]. Das Gebäude ist wahrlich von monumentaler Größe, man betrachte den Bus am unteren Rand, der daneben wie ein Legospielzeug aussieht. Innen angekommen hat man das Gefühl in einer ganzen Stadt zu sein.

Eine Empore im Venetian. Unten lassen sich die Spieltische erkennen. Leider ist es strikt untersagt dort Fotos zu machen und die Sicherheitsleute und Überwachungskameras sind leider sehr, sehr aufmerksam, aber ich werde es bei Zeiten nochmal versuchen. Man kann sich kaum vorstellen, was an 400 Spieltischen in einem Saal gleichzeitig lossein kann. Selbst in Las Vegas habe ich eine solche Masse an Menschen nicht auf einem Haufen zocken sehen (und dabei war das Casino noch nicht einmal voll ausgelastet). Natürlich habe auch ich etwas gespielt. Dennoch: Trotz der Masse und Größe und aller Monumentalität, oder vielleicht gerade deshalb: Es kommt nicht so die Spielstimmung wie im verruchten Las Vegas rüber. Das liegt zum einen schon an der recht kühlen Atmosphäre, die durch die sterilen und hohen Räume erzeugt wird. Andererseits fehlen auch die krassen und emotionsgeladenen Figuren, wie man sie regelmäßig in Las Vegas trifft. Auch bekommt man hier keine alkoholischen Getränke, sondern nur Softdrinks, Tee und Kaffee umsonst. Außerdem scheint es hier auch (außer Carribean Stud Tischen und Jacks High am Automaten) kein Poker zu geben, sondern nur die klassischen Casinospiele und einige - im Westen unbekannte - asiatische Spielvarianten, und dabei hatte ich mich doch so auf ein Ründchen gefreut. Naja. Witzig jedoch sind die Showeinlagen: In den Casinos gibt es immer eine Bühne, auf der regelmäßig das Publikum unterhalten wird. Manchmal auf Kantonesisch, manchmal auf Mandarin und oft auch im Las Vegas Stil, der zumindest in den amerikanischen Ketten durchweg nachgeahmt wird. Die Chinesen stehen dann alle baff davor und schauen sich -teilweise mit offenen Mund - die halb-nacken Mädels, die sich vor ihnen auf der Bühne räkeln. Ist die Show dann vorbei, wird nicht geklatscht, sondern die Zigarette ausgemacht (Ja, hier wird ordentlich gequalmt) und ohne dass eine Miene verzogen wird, setzt sich der Chinese wieder an den Spieltisch.

Restaurant im Venetian. Natürlich auf Venedig gemacht.

Kanäle (fast) wie in Venedig, die das Venetian durchziehen. Auch eine Bootsfahrt ist möglich. Der Steuermann singt sogar regelmäßig! Am Rand der Kanäle jede Menge Geschäfte oder Cafés und Restaurants.





Eines der momentan im Bau befindlichen Casinos, quasi auf der grünen Wiese. Wie schon erwähnt wird sich hier schon in den nächsten Monaten sehr viel tun. Ich bezweifle, dass Macao in Sachen Spiel an den unvergleichlichen Charme und die Mentalität der verrückten Wüstenstadt Las Vegas herankommen wird. Ein Konkurrent in Sachen Umsatz wird es aber allemal. Und: wer Geld hat, sollte sich überlegen hier Immobilien als Geldanlage zu erwerben, denn die Gründstückspreise steigen täglich.





Samstag, 24. November 2007

Sushi-Time!


Na klar kann man gut in Hong Kong Sushi essen! Eigentlich kommen die kleinen Leckereien zwar aus dem Japanischen ("Zushi" heißt wohl sauer bzw. säuerlich und wurde ursprünglich als Konservierungsmethode verwendet. Überlicherweise handelt es sich hierbei um kleine Fischfilets, die auf gesäuertem und kalten Reisstücken serviert werden), aber da Japan nun auch nicht so weit entfernt ist und hier sowieso alle Essensstile vertreten sind, gibt es das natürlich auch in Hong Kong.

Die eine Möglichkeit ist das Restaurant: Wie man hier auf dem Foto sehen kann, sind die richtig guten Sushirestaurants regelmäßig so gut besucht, dass man Nummernzettel erhält und warten muss, bis man rankommt. Zu Stoßzeiten kann das bis zu eineinhalb Stunden dauern. Im Vergleich zu Deutschland sind Sushirestaurants in Hong Kong nicht sonderlich teuer: Ein Standardsushi startet bei etwa 40 Eurocent, wobei man (außer bei den ganz dicken Exotenvarianten) immer im Zweierpack kaufen muss. In Deutschland im Kaufhof (also nicht im Restaurant!) kostet ein Stück etwa einen Euro. Dennoch: Ein Restaurantbesuch sollte schon mit 8-10 Euro eingeplant werden, damit es auch mal was anderes als Lachs testen darf. Das ist für hiesige Verhältnisse schon ziemlich teuer.



Die "Ware" läuft ununterbrochen an einem Förderband an einem vorbei. Was man will, wird einfach genommen. Und an der Farbe der Teller weiß man, wieviel es kostet. Am Ende werden einfach alle Teller zusammengezählt. Aus nüchternen Magen kann man durchaus acht Teller, also 16 Sushi, verdrücken. Ein sehr großer Vorteil ist, dass Sushi nahezu gar nicht im Magen liegen, selbst wenn man gut zugeschlagen hat.




Hier der Standard-Sushi. Der Tee im Hintergrund ist übrigens in JEDEM Hong Konger Restaurant umsonst und wird stets und ewig nachgefüllt. Darauf achtet man peinlichst genau: Länger als dreißig Sekunden sind die Becher wirklich NIE leer - ich nehme gerne Wetten an! ;-)


Man sitzt barmäßig und kann den Sushi-Köchen bei der Arbeit zuschauen. Hier wird gerade geröstet.


Möchte man etwas spezielleres, so kann man natürlich auch á la carte bestellen.



Jagdstimmung: Sitzt man in der Nähe einer Kurve des Förderbandes, so ergreift einen leicht eine Art Fressneid ("Wenn ich das jetzt nicht schnappe, bekommt es jemand anderes..."!). So ertappt man sich leicht einmal dabei, nochmal schnell zuzugreifen, bevor es "zu spät" ist ;-)



Es muss nicht unbedingt roher Fisch sein: Frittierte Garnelen.


Keine Zeit und Lust vor dem Restaurant zu warten und lieber nicht aus der Jogginghose raus? Ja, DANN kann man natürlich bei den jeweiligen Restaurants telefonisch bestellen und die liefern auch prompt. Das ist aber zu teuer und die verlangen hier immer einen Mindestbestellwert. Außerdem ist es nicht leicht sich durch das wirklich kaum verständliche Englisch am Telefon zu kämpfen, wenn der Hunger einen gleichzeitig piesackt. Daher die andere Möglichkeit: Ab in den Supermarkt um die Ecke! Hier lassen sich die kleinen Fischspezialitäten einzeln zusammenstellen und sind nochmal ein ganzes Stück billiger als im Restaurant. Und auch nicht gefroren wie bei Aldi, sondern kühlschrankgekühlt und fertig für den Verzehr. Kann ich nur empfehlen ;-)